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Archiv für das 'Familie'-tag

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19.04.2010

Jugendliche übernehmen Verantwortung

Guatemala – 11 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren des Kinderdorfs sind Teil der Leadership-Gruppe, die sich Testigos del Bien nennt („Zeugen des Guten“). Die Gruppe hat sich im letzten Jahr gegründet und Workshops zu verschiedenen Themen und Events organisiert. Sie übernehmen schrittweise mehr Verantwortung innerhalb des Heims. Weiterlesen…

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12.04.2010

Alles, was ich jetzt habe, verdanke ich NPH!

In jeder großen Familie gibt es diese eine Person, die immer gut gelaunt und optimistisch ist, immer lächelt und in deren Gegenwart alle anderen immer sein möchten. In der NPH Familie in Guatemala ist unser jetziger Projektkoordinator Ismar diese Person. Weiterlesen…

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25.03.2010

Was Familie in der Fastenzeit bedeutet

Liebe Freunde

Die Fastenzeit wird als schwere Zeit verstanden. Die Dunkelheit des Winters, die Erkenntnis von Sünde und persönlichen Versagens, die Suche nach Buße und Selbstdisziplin. Dies findet statt, in der die tägliche Sonnenscheindauer zunimmt bis hin zum vollen Licht des Frühlings. Welches das reiche Symbol des Sieges des Lichtes in der Wiederauferstehung ist.

Wir haben die Leichname von Mikhael, Delourdes und Ronald Ferdinand (die Geschwister des ehemaligen Heimbewohners und jetzigen NPFS Mitarbeiters Joseph) gefunden. Sie ruhen gegenwärtig in unserer Krankenhauskapelle und werden heute in St. Helene begraben. Dies waren sehr gefühlsbeladene Tage für uns, insbesondere für Joseph und seinen älteren Bruder Dodo. Während der Messe gestern war die Kirche voll mit aelteren „Hermanos“, weinend und tröstend. Sie zeigten, dass die Familienbande, die wir versuchten einzuflößen, Realität sind, und klar sichtbar werden, wenn es darauf ankommt. Wir standen vor ihren leblosen Körpern, ohne Worte, mit nichts als uns selbst gegenseitig und unserem Glauben, unserer Hoffnung und unserer Liebe. Diese heilen wirklich und geben neuen Mut. Ihre Wahrhaftigkeit und in die Tiefe gehende Dynamik sind erstaunlich anzusehen. Father Wasson’s  Intuitionen und Instinkte hinsichtlich der Fähigkeit einer Gemeinschaft eine Familie zu bilden, waren richtig.

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Vier von unseren größeren „Hermanos“ wurden gestern bei verschiedenen Vorfällen verhaftet, 2 von der haitianischen Polizei während einer kleinen Ausgabe von Reis. Die Polizei beschuldigte sie, diesen Reis gestohlen zu haben, und die übliche krumme Tour nahm ihren Verlauf. Sie wurden erst freigelassen, nach dem die Polizisten den meisten Reis für sich abgezweigt hatten.

Zwei weitere wurden durch das US-Militär festgesetzt, als der Bus, in dem sie sich als Fahrgäste befanden, ein anderes Fahrzeug rammte. Wir können immer noch nicht verstehen, warum sie als Täter ausgewählt wurden. Einer wurde mit Handschellen gefesselt und geschlagen.

Ich erwähne dies, weil die beiden Jugendlichen bis dahin klare Vorstellungen von Recht und Unrecht hatten, von Ehrlichkeit und Korruption und wie man damit umgeht. Anstelle den Vorschlägen anderer zu folgen, die Vorfälle über das Radio zu veröffentlichen, kamen sie zu „Papa“ (also zu mir), wie sie sagten, um darüber zu sprechen und sich damit auseinander zu setzen.

Ich bewundere ihre Ausgeglichenheit und ihre Ablehnung, sich unfair behandeln zu lassen.  Es gab eine lange Diskussion darüber, wie man vorgehen solle. Und es führte ebenso zu einer ausgiebigen Erörterung der Wichtigkeit, solche Ereignisse nicht für sich zu behalten. Mit anderen Worten, es geht darum, dass Opfer häufig dem Gefühl unterliegen, dass sie es aus irgendeinem Grunde verdient hätten, was ihnen geschah. Ich fand es gut, dass sie zu mir  kamen, um sich Hilfe dahingehend zu holen, wie man mit der Angelegenheit umgehen solle und wie man sich mit ihr auseinander zu setzen habe.

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Der dritte Vorfall war ebenso bemerkenswert. Eine junge Frau wurde mit Wehen in unser Krankenhaus gebracht. Ihr Vater, ihre Mutter und ihr Mann waren im Erdbeben umgekommen, und nun wollte sie das Baby nicht mehr bekommen. Fortwährend weinte sie und schrie zu ihrem Ungeborenen „Komm nicht raus, bleib wo du bist, es kein Platz da für dich. Es gibt für niemanden einen Platz.“

Sie kämpfte buchstäblich gegen die Niederkunft. Die Hebamme, eine Freiwillige aus Italien, versuchte ihr zu helfen. Anstatt während der Kontraktionen zu drücken, zog sie tief Luft ein und vermied so Pressung im Unterleib, und forderte die Umstehenden auf, sie alleine zu lassen, bettelnd, dass das Baby nicht in eine solche Welt entlassen werden solle.

Die italienischen Hebammen weinten und beschworen die Mutter, dass das Leben etwas Gutes sei. Sie beschworen die Mutter, ihr Kind anzusehen und willkommen zu heißen. Sie waren nicht nur Geburtshelferinnen für das Baby, sondern auch für die Seele der Mutter. Nachdem sie 12 Stunden den Wehen widerstanden hatte, kam dann das kleine Baby, und es gab eine Mutter mit einem neuen, aber weit entfernten Leuchten in ihren Augen.

Es lässt mich schaudern.

Lasst uns Gott danken, für die Kraft, die uns Familie während der Fastenzeit verleiht, und für die kraftvolle Wahrheit, dass sogar ohne Blutsbande oder kulturelle Bande jeder für seinen Nächsten Familie sein kann.

Fr. Rick Frechette

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