Die Zahlen sprechen für sich: Nach wie vor haben weltweit rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Während in Deutschland eine Person allein im Haushalt 127 Liter pro Tag verbraucht, müssen viele Menschen in Lateinamerika für jeden Schluck dankbar sein. Aber auch um Lebensmittel zu erzeugen, braucht es mehr Wasser, als man sich vorstellen kann.
Starker Wasserverbauch bei Produktion von Lebensmitteln
Wasser und Ernährung sind eng miteinander verknüpft. Die größte Wassermenge wird bei der Erzeugung tierischer Produkte wie Milch und Fleisch benötigt. So schlägt ein Rindersteak mit 7000 Litern zu Buche – gerechnet von der Haltung und Fütterung der Tiere bis hin zu den einzelnen Verarbeitungsschritten. Aber auch für ein einzelnes Glas Milch fallen schon 200 Liter Wasser an. Für die Industrienationen steht deshalb der maßvolle Umgang sowohl mit Wasser als auch mit Lebensmitteln im Vordergrund. Weltweit muss es darum gehen, die Wasservorkommen auch für die nächsten Generationen zu sichern, sowohl qualitativ als auch quantitativ.
Kinder leiden am meisten
Die Leittragenden schlechter Wasserqualität sind in erster Linie die Kinder. Rund 60 Prozent der weltweiten Kindersterblichkeit ist laut Welthungerhilfe auf Krankheiten zurückzuführen, die durch verschmutztes Wasser hervorgerufen werden. Im Klartext bedeutet das: Jeden Tag sterben rund 4.500 Kinder an den Folgen des Konsums von verunreinigtem Wasser, Wasserknappheit oder mangelnder Hygiene (UNESCO 2011).
Auch in unseren nph-Kinderdörfern in Lateinamerika haben wir große Mühe, die Jungen und Mädchen mit Wasser zu versorgen, denn es mangelt an vielen Stellen. Anders als in Deutschland besitzt das Leitungswasser dort keine Trinkwasserqualität. Es muss vorher gereinigt werden. Eine große Hilfe sind deshalb Filteranlagen, wie wir sie zum Beispiel in Honduras, Mexiko und Guatemala einsetzen, so dass unsere Kinder jetzt unbekümmert aus der Leitung trinken können.
nph haiti hilft mit Wasserlieferungen
In anderen Ländern, wie zum Beispiel Haiti, müssen die Menschen auf Regen warten oder kilometerweit laufen, um überhaupt an Wasser zu kommen. Fragen nach der Qualität des Wassers werden erst gar nicht gestellt. Doch seit der Cholera-Epidemie Ende 2010, bei der nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums mehr als 500.000 Menschen erkrankten und 7.000 starben, wissen auch die Haitianer, dass es tödlich sein kann, verschmutztes Wasser zu trinken. Deshalb bringen die nph-Mitarbeiter rund 80.000 Liter des „blauen Goldes“ täglich mit Wassertankwagen in die Slums von Port-au-Prince.
Doch gerade dann, wenn die Situation in Haiti hoffnungsloser denn je erscheint, erreichen uns gute Nachrichten, die uns darin bestärken, weiter zu machen. So auch die Geschichte der kleinen Lea.
Lea erkrankte an Cholera
Die Siebenjährige und ihre Mutter wurden von einem Nachbarn, der ein Moped besitzt, in unsere Choleraklinik St. Philomena gebracht. Lea ging es schon zwei Tage sehr schlecht, sie litt an Durchfall und Erbrechen. Da sich ihre Mutter keinen Arzt leisten kann, versuchte sie erst selbst, ihrer Tochter mit Hausmitteln zu helfen – leider ohne Erfolg.
„Lea war so blass, dass ich Angst hatte, dass sie das Bewusstsein verliert“, erzählt Carmen-suse.
Die größte Gefahr der Cholera-Erkrankung ist die Dehydrierung. Der große Wasserverlust des Körpers kann tödlich sein. In St. Philomena konnten wir Lea sofort behandeln. Sie bekam mit Elektrolyten angereicherte Infusionen, die dem Wassermangel entgegenwirkten. Inzwischen ist Lea wieder gesund und ihre Mutter wird noch besser aufpassen, was ihre Tochter isst und trinkt.
Bitte helfen Sie mit, dass wir auch weiterhin kranke Kinder behandeln und sauberes Wasser zur Verfügung stellen können.
Unter www.MyGoodShop.org finden Sie viele Möglichkeiten zu helfen. Herzlichen Dank!
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