Die Veranstaltung wurde von Jan Uekermann vom Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“, Karlsruhe, organisiert. Er war im vergangenen November selbst in Haiti, um die Einrichtungen des Hilfswerks zu besuchen. Unterstützt wird Uekermann durch die Erdingerin Martina Christian und Philipp Krämer aus Althegnenberg, die beide als Freiwillige in einem der Kinderdörfer der Organisation gearbeitet haben. Der Vortrag findet im Pfarrzentrum St. Martin, Martinsfriedhof 225 in Landshut statt. Er beginnt um 19:00 Uhr. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich über die aktuelle Situation in Haiti und die übrigen Einrichtungen der Organisation zu informieren.
Jan Uekermann war erst im vergangenen November mit einer Gruppe von Unterstützern, darunter die Schauspielerinnen Alissa Jung und Janin Reinhardt in Haiti. Dort besuchten sie die Einrichtungen der Organisation wie das Kinderdorf, die Kinderkliniken, die Ausbildungswerkstätten und die Straßenschulen in den Slums von Port-au-Prince. Jung und Reinhardt haben im Rahmen der Kampagne „Schulen für Haiti“ die Schirmherrschaft für zwei dieser Straßenschulen übernommen. Eine davon wurde durch das Erdbeben komplett zerstört.
Martina Christian und Philipp Krämer waren beide als Freiwillige für „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ in Lateinamerika und der Karibik tätig. Christian war in den Einrichtungen der Organisation in Haiti und Krämer im Kinderdorf in Guatemala. Während ihres sozialen Jahres konnten beide tiefe Einblicke in das Engagement einer international agierenden Organisation nehmen und lernten die Herausforderungen in Kulturkreisen kennen, die vor allem durch Armut geprägt sind. Die ehemaligen Freiwilligen werden über ihre Erfahrungen während ihres sozialen Jahres berichten.
Insbesondere Haiti zählte bereits vor dem Erdbeben zu einem der ärmsten Länder der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und muss mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Sauberes Wasser ist teuer und für viele Menschen ein unbezahlbarer Luxus. Unter- und Mangelernährung sind die Folgen dieser Armut. Auch im Bildungssektor sind die Defizite groß. In Haiti besteht Schulpflicht, aber nur wenige Eltern können sich das Schulgeld für ihre Kinder leisten. Dementsprechend lernt nur jedes zweite Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen. Ohne ausreichende Schulbildung haben die jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt nur geringe Chance. Rund 50 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung ist arbeitslos und fürchtet ums tägliche Überleben. Das Erdbeben hat den ohnehin schon armen Menschen noch die letzten Habseligkeiten geraubt. Viele von ihnen sind heute abhängig von Hilfslieferungen, die aus dem Ausland eintreffen. Trotz der erschütternden Erlebnisse und des erlittenen Leids, haben sich die Haitianer aber ihre Zuversicht bewahrt und sehnen nun Wideraufbau herbei.
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