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Peru: Verantwortung übernehmen im “Familienjahr”

20.04.2012

Mögen unsere Kinderdörfer auch noch so unterschiedlich sein, eine Tradition wird in allen nph-Häusern gepflegt: das „Familienjahr“. Nach dem neunten Schuljahr arbeiten sie im Rahmen eines „Familienjahres“ im Alltag mit und kümmern sich um ihre kleinen „Geschwister“.

Abhängig von ihren Qualifikationen und dem jeweiligen Bedarf machen sie auf diese Weise praktische Erfahrungen und übernehmen Verantwortung. Das Schönste aber ist, dass sie auf diese Weise „Dankeschön“ sagen können, für die ihnen zuteil gewordene Unterstützung – ganz im Sinne der Philosophie von Padre Wasson.

Milagros bringt „ihre“ Mädchen in die Schule

Milagros bringt „ihre“ Mädchen in die Schule

In unserem nph-Kinderdorf „Casa Santa Rosa de Lima“ in Peru haben 2012 drei Jugendliche ihr „Familienjahr“ begonnen: Milagros, Franklin und Rafael. Die 17-jährige Milagros muss jeden Tag um 5 Uhr aufstehen, denn sie kümmert sich ein Jahr lang um die kleinen Mädchen. Das bedeutet, dass sie am Morgen nach ihnen schaut und mithilft, dass alle sich waschen, anziehen, frühstücken, Zähne putzen und ihre Sachen aufräumen. Danach bringt Milagros die Mädchen zur Schule, dann hat sie Zeit für andere Aufgaben. Bis 13 Uhr muss sie selbst in ihrem Zimmer für Ordnung sorgen und für ihre Aufnahmeprüfung lernen. Denn nach ihrem „Familienjahr“ möchte sie studieren.

Das Nachmittagsprogramm ist eine Mischung aus Hausaufgabenbetreuung und Spielen mit den Kindern, und im Frühjahr gehört auch das Fahrradfahren lernen dazu. Nach dem Abendessen sorgt Milagros noch dafür, dass alle Kinder duschen und dann heißt es für die Kleinen schnell ins Bett hüpfen. Und um 21 Uhr geht bei Milagros das Licht aus, damit sie am nächsten Morgen wieder fit ist.

„Ich arbeite gerne mit den kleinen Mädchen. Dabei fühle ich mich auch nicht wie eine Betreuerin, sondern vielmehr wie eine größere Schwester“, berichtet Milagros über ihren Alltag. „Wir lachen sehr viel zusammen. Manchmal bin ich auch ein bisschen gestresst, aber niemals völlig erschöpft, denn wir haben so viel Spaß zusammen.“

Franklin möchte später einmal Chefkoch werden

Franklin möchte später einmal Chefkoch werden

Auch Franklin muss früh aufstehen, denn sein Arbeitsplatz ist in der Küche. Das passt perfekt, denn schließlich will der 18-Jährige einmal Chef-Koch werden und kann so seine ersten Erfahrungen sammeln. Um 3:30 Uhr fängt er bereits an, das Frühstück für 102 Kinderdorfkinder und über 15 Mitarbeiter vorzubereiten. Im Februar und im März war er zusammen mit einem Koch dafür zuständig, das Essen für einen kanadischen Bautrupp zuzubereiten. Die ausländischen Gäste machten einen freiwilligen Arbeitseinsatz, um weitere Häuser für das neue Kinderdorf zu bauen. Bei dieser Gelegenheit konnte Franklin mit der internationalen Küche Bekanntschaft machen und dabei auch noch sein Englisch verbessern.

Erst um 13:00 Uhr kann er eine Pause einlegen, doch an manchen Tagen ist sein Einsatz auch am Nachmittag gefragt. Dann geht es darum, erste Vorbereitungen für das Abendessen zu treffen.

Mit strahlenden Augen erzählt er von seinem Alltag: „Ich will unbedingt Chefkoch werden! Auch wenn ich jetzt nur einfache Speisen zubereiten darf, lerne ich so viel von den Köchen hier. Aber der Tag wird kommen, an dem ich mein eigenes Menu koche!“

Rafael hilft im Büro mit

Rafael hilft im Büro mit

Der Dritte im Bunde, Rafael, hat sich dafür entschieden, im Büro mitzuhelfen. Auch dieser Job ist sehr vielseitig, was unter anderem damit zusammenhängt, dass sich das Büro nicht auf dem nph-Kinderdorfgelände, sondern in der Stadt befindet. Der Tag beginnt um 6:30 Uhr mit dem Putzen der Räumlichkeiten. Danach stehen Besorgungen auf dem Programm, die Rafael zur Post oder zur Bank führen. Er ist dankbar dafür, denn so lernt er, was es heißt, sich im Leben alleine zurechtzufinden.

„Ich finde es gut, dass es das Familienjahr gibt. So hat man eine Pause zwischen Schule und Beruf oder Universität und kann sich Gedanken darüber machen, wie das Leben weitergehen soll“, sagt er. Rafaels großer Traum ist es, Luft- und Raumfahrttechnik zu studieren.

Bitte helfen Sie mit, Kindern eine gute Ausbildung zu schenken, damit sie ihre Lebensträume verwirklichen können. Unter MyGoodShop.org finden Sie viele passende Angebote.

Dieser Artikel wurde am 20.April 2012 von MStemmer geschrieben.

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